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Hundeführerschein Berlin machen: freiwillig, aber der Weg aus der Leinenpflicht

Kurz gesagt
  • Der Hundeführerschein ist in Berlin freiwillig.
  • Er befreit von der allgemeinen Leinenpflicht, aber nicht überall.
  • Theorie mit 30 Fragen, dazu eine Praxisprüfung mit dem eigenen Hund.
  • Danach stellt das Ordnungsamt die Bescheinigung aus.

In Berlin gilt seit 2019 eine allgemeine Leinenpflicht. Wer seinen Hund trotzdem auf Straßen und Plätzen frei laufen lassen will, braucht einen Hundeführerschein, genauer: eine Sachkundebescheinigung.

Anders als in Niedersachsen oder Bremen ist der Hundeführerschein in Berlin freiwillig. Für die meisten Halter lohnt er sich trotzdem, weil der Hund sonst außerhalb von Auslaufgebieten immer an der Leine bleibt.

30Fragen in der Theorie
21richtige Antworten zum Bestehen
45Minuten Prüfungszeit
1 JahrMindestalter des Hundes

Was bringt der Hundeführerschein in Berlin?

Mit der Bescheinigung darf dein Hund auf Straßen und Plätzen ohne Leine laufen. In vielen Bereichen bleibt die Leine aber Pflicht: in Parks und Grünanlagen, in Wäldern außerhalb von Freilaufzonen, auf Sport- und Campingplätzen, in Kleingartenanlagen, Treppenhäusern, Bussen und Bahnen, Fußgängerzonen und bei Menschenansammlungen. Läufige Hündinnen bleiben immer angeleint.

Auf Kinderspielplätzen, in Badeanstalten und auf gekennzeichneten Liegewiesen sind Hunde ganz verboten, mit oder ohne Schein.

Wo die Leinenpflicht bleibt, darf die Leine höchstens zwei Meter lang sein. Eine passende Auswahl findest du in unserem Hundeleinen-Test.

In 5 Schritten zum Hundeführerschein

1. Voraussetzungen klären

Dein Hund muss mindestens ein Jahr alt sein. Für die spätere Befreiung von der Leinenpflicht brauchst du außerdem einen 15-stelligen Mikrochip und eine Hundehaftpflichtversicherung. Unabhängig davon muss jeder Hund in Berlin im Hunderegister angemeldet sein.

2. Theorie lernen

Die Senatsverwaltung veröffentlicht den Fragenkatalog für die Theorieprüfung, Stand September 2025 sind es 118 Fragen aus fünf Themengebieten. Die Besonderheit: Bei vielen Fragen sind mehrere oder sogar alle Antworten richtig, und eine Frage zählt nur, wenn du alle richtigen Antworten ankreuzt. Raten hilft hier wenig.

Wer die Fragen für den Berliner Hundeführerschein üben will, kann das mit allen 118 Fragen und einer Prüfungssimulation tun. 50 Fragen und eine Probeprüfung sind kostenlos, der volle Zugang kostet einmalig 19,99 Euro. Der Trainer ist ein unabhängiges Angebot und keine amtliche Prüfung.

3. Sachverständigen suchen und Theorie ablegen

Abgenommen wird die Prüfung von Sachverständigen, die der Senat anerkannt hat. Das Verzeichnis auf berlin.de lässt sich nach Art der Prüfung filtern, den Termin vereinbarst du direkt. Die Theorie umfasst 30 Fragen, je sechs aus jedem Themengebiet, du hast 45 Minuten Zeit und brauchst mindestens 21 richtige Antworten.

4. Praktische Prüfung mit dem eigenen Hund

Im praktischen Teil zeigst du in einem Gehorsamstest, dass du deinen Hund im Alltag sicher führst. Die Prüfung gilt nur für dich und genau diesen Hund. Hast du später einen zweiten Hund, brauchst du für ihn eine eigene Prüfung.

5. Bescheinigung beim Ordnungsamt beantragen

Der Sachverständige bescheinigt dir das Ergebnis. Den eigentlichen Ausweis mit Foto stellt das Ordnungsamt des Bezirks aus, in dem du den Hund am häufigsten führst. Mitbringen musst du das Prüfungsergebnis, ein Foto sowie Nachweise über Chip und Haftpflicht. Auch Halter, die nicht in Berlin wohnen, können den Antrag stellen.

Was kostet der Hundeführerschein in Berlin?

Die Prüfungsgebühren legt jeder Sachverständige selbst fest. Für Theorie und Praxis zusammen solltest du grob 90 bis 130 Euro einplanen, verbindliche Preise nennt nur der jeweilige Prüfer. Dazu kommt die Gebühr des Ordnungsamts für die Bescheinigung, sie beginnt bei 41 Euro.

Geht es auch ohne Prüfung?

In einigen Fällen ja. Wer seinen Hund seit mindestens drei Jahren ohne Beanstandung hält, kann die Befreiung von der Leinenpflicht ohne Prüfung beantragen. Für Hunde, die schon vor dem 22. Juli 2016 bei dir lebten, gelten eigene Ausnahmen auf ruhigen Straßen und Plätzen. Auch bestimmte Berufsgruppen wie Tierärzte sind befreit. Einen Hundeführerschein aus einem anderen Bundesland erkennt Berlin ohne neue Prüfung an.

Für Pit Bull, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und ihre Kreuzungen gelten strengere Regeln mit Wesenstest, Führungszeugnis und Maulkorbpflicht.

Ist der Hundeführerschein in Berlin Pflicht?

Nein. Er ist freiwillig und nur nötig, wenn dein Hund von der allgemeinen Leinenpflicht befreit werden soll.

Wie viele Fragen hat die Theorieprüfung in Berlin?

Die Prüfung hat 30 Fragen aus einem öffentlichen Katalog mit 118 Fragen. Bestanden hast du mit mindestens 21 vollständig richtigen Antworten.

Darf mein Hund mit Hundeführerschein im Park frei laufen?

Nein. In Parks und Grünanlagen bleibt die Leinenpflicht bestehen, frei laufen darf er dort nur in ausgewiesenen Hundeauslaufgebieten.
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